Wasserkopf

Dr. Nikkhah behandelt im Olgahospital Kinder mit einem Wasserkopf. Was ein Wasserkopf ist und wie er behandelt wird, erzählt Dr. Nikkhah Radio RiO-Mitarbeiterin Amelie im KraKiJu-Interview.

Amelie

Amelie von Radio RiO: „Hallo, ich bin Eure Reporterin Amelie von Radio RiO und ich bin heute zu Gast bei Dr. Nikkhah, um mich über das Thema Wasserkopf mit ihm zu unterhalten. Hallo Herr Dr. Nikkhah.“
 
Dr. Nikkhah: „Grüß Gott, Amelie.“
 
Amelie von Radio RiO: „Was ist denn ein Wasserkopf?“
 
Dr. Nikkhah: „Das ist ein umgangssprachliches Wort, wenn es im Kopf zu viel Hirnwasser gibt. Hirnwasser ist der Liquor, der gebildet wird und der abfließt und wenn die Balance nicht mehr stimmt, dann kommt es zu einem Wasserkopf.“
 
Amelie von Radio RiO: „Und wie entsteht ein Wasserkopf?“
 
Dr. Nikkhah: „Bei den meisten Kindern, grade bei den Frühgeborenen, kann es häufig nach einer Blutung, die zum Beispiel schon während der Schwangerschaft oder auch durch den Geburtsvorgang passieren kann, kann es zu einer Verstopfung kommen. Dann fließt das Wasser nicht mehr ab und staut sich auf und dann spricht man von einem Wasserkopf.“
 
Amelie von Radio RiO: „Und wie stellen Sie fest, dass ein Kind einen Wasserkopf hat?“
 
Dr. Nikkhah: „Das eine ist, dass man das Kind einfach anschaut und dass man merkt zum Beispiel, dass der Kopf schneller wächst. Das kann man durch das Beobachten feststellen, zum anderen misst man auch den Kopfumfang. Und wenn man dann den Verdacht hat, macht man in der Regel einen Ultraschall und dann kann man in den Kopf hineinschauen und sieht – aha – da gibt es jetzt zu viel Wasser, da gibt´s eine Blockade. “
 
Amelie von Radio RiO: „Und wie wird ein Wasserkopf behandelt?“
 
Dr. Nikkhah: „Manchmal beobachtet man das und sagt, wir schauen mal, ob das sich weiter steigert. Natürlich gibt es den Punkt, wo das Kopfwachstum und der Wasserstau zu einem Problem werden können und dann muss man dieses Wasser ablassen. Das kann man einmal akut machen, indem man es mit einem kleinen Schläuchlein vorübergehend ablässt oder, je nach Passagehindernis, kann man versuchen, eine zusätzliche Öffnung zu schaffen, mit einem Endoskop zum Beispiel. Wenn es aber insgesamt eine Abflussstörung ist, dann würde man eine Umleitung machen, wie wir sagen würden dazu, einen Shunt implantieren, der das Wasser vom Kopf zum Beispiel dann in den Bauch oder in das Herz ableiten kann.“
 
Amelie von Radio RiO: „Und wie wird ein betroffenes Kind dann weiter behandelt? Müssen Kinder regelmäßig zur Nachuntersuchung kommen oder Medikamente einnehmen?“
 
Dr. Nikkhah: „Also die gute Nachricht ist, dass bei den meisten Kindern keine weitere Behandlung wie Medikamente notwendig sind. Natürlich wird man in den ersten Monaten gucken, dass der Kopf jetzt nicht weiter vermehrt wächst, dass die Wasseransammlung zurückgeht, dass die Kinder sich weitgehend normal entwickeln. Manchmal ist es so, dass so ein Shunt natürlich auch verstopfen kann  dann muss man das halt mit den Bildern nochmal kontrollieren und möglicherweise dann zum Beispiel austauschen. Wenn sie als ganz kleines Kind so einen Shunt, also eine Ableitung bekommen und später ganz groß werden, dann kann manchmal das Schläuchlein zu kurz sein, was man in den Bauch gelegt hat und dann muss man noch ein bisschen anschließen, um die Ableitung in den Bauch auch zu garantieren.“
 
Amelie von Radio RiO: „Vielen Dank, Herr Dr. Nikkhah.“

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